#02 Zwischen Ablehnung und Begeisterung

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#02 Zwischen Ablehnung und Begeisterung
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Anna und Kjell unterhalten sich über die Reaktion von Menschen mit Behinderung auf Devs, häufige Vorurteile, verschiedene Standpunkte und darüber, wie ein gewinnbringender Umgang miteinander gelingen kann.

Transkript

4 Kommentare

  1. Hi danke für den Podcast einen Aspekt aus der ersten Folge
    Ihr habt über die Abgrenzung von Fetisch, Begehren oder sexuelle Orientierung Anna sagte sie würde von sexueller Orientierung sprechen find etwas schwierig erstens ich hab den Unterschied zwischen Fetisch und Begehren noch nie verstanden ist nicht jedes körperliches Merkmal das Begehren auslöst ein Fetisch. Devnis als sexuelle Orientierung zu sehen macht Beeinträchtigung zu einem Gender und das find ich schwierig.. wie steht ihr dazu es als sexuelle Identität zu sehen?

    1. Hi Daniel, und danke für deinen Kommentar!

      Die Antwort ist gar nicht so einfach. Du hast eventuell gemerkt, dass wir uns mit der Definition insgesamt ein bisschen schwer getan haben. Gerade weil es so individuell ist. Wer sich mit den genannten Begrifflichkeiten näher, vielleicht sogar wissenschaftlich beschäftigt – was weder Anna, noch ich tun – könnte das sicherlich besser und präziser erläutern.

      Für mich war der Unterschied zu einem Fetisch, dass der Sexualität ergänzt. Einfach gesagt: Wenn ich auf Netzstrumpfhosen stehe, wird mein sexuelles Empfinden gesteigert, wann immer meine Partnerin welche trägt. Trotzdem genieße ich Sex mit ihr auch, wenn sie keine trägt. Die sexuelle Orientierung hingegen würde bedeuten, dass Sexualität ohne den “passenden” Partner mit einem spezifischen Merkmal nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfindet. Gender hatten wir dabei gar nicht im Fokus, höchstens als behelfsmäßige Erklärung: Genau wie heterosexuelle Menschen sich nicht romantisch oder sexuell zu Personen des gleichen Geschlechts hingezogen fühlen, geht es manchen (nicht allen) Devs so mit Nicht-Behinderten.

      Ich denke, dass am Ende jede/r Dev für sich entscheiden muss, was es ist und welchen Namen er oder sie diesem Empfinden gibt. Mit sexueller Identität könnte ich auch gut leben, wenn das jemand für sich so definiert.

      – Kjell

    2. Hey Daniel,

      danke für den Kommentar! Ich habe auf der Grundlage ein bisschen zur Terminologie recherchiert, da ich nicht den Eindruck erwecken möchte, Behinderung als Gender zu sehen. Allerdings möchte ich gern ausdrücken, dass es bei der Devness sehr viele Parallelen zu anderen sexuellen Orientierungen gibt.

      Besonders wichtig ist es mir, klarzustellen, dass es keine freie Entscheidung ist, genauso wenig wie man sich entscheidet, homosexuell zu sein. Außerdem habe ich gemerkt, dass meine eigentliche sexuelle Orientierung, die ich eher als heterosexuell beschreiben würde, vor der Devness in den Hintergrund tritt und gar nicht mehr so stark ins Gewicht fällt oder teilweise sogar “überschrieben” wird. Ob das bei sexueller Identität auch so verstanden wird, konnte ich nicht herausfinden.

      Was für die Bezeichnung der sexuellen Identität spricht, ist, dass damit auch andere nicht-genderbezogene Sexualitäten, wie etwa Asexualität, abgedeckt werden. Tatsächlich habe ich einige Zeit gedacht, ich sei asexuell, weil mich Menschen einfach sehr wenig sexuell interessiert haben. Das hat sich später geändert, als ich gemerkt habe, welche Menschen mich sexuell interessieren und dass es einfach so ungewöhnlich ist, dass man da eine Weile braucht, um es für sich selbst zu verstehen.

      Genau diese Ungewöhnlichkeit oder eben auch die Tatsache, dass Devs doch relativ selten sind, ist es, die eine genaue begriffliche Einordnung schwierig macht, denke ich. So ein Phänomen ist eben so selten, dass bei der Prägung solcher Begriffe darauf keine Rücksicht genommen wird, verständlicherweise. Vielleicht wäre Devness auch noch als etwas ganz anderes zu sehen, das weder eine sexuelle Orientierung noch sexuelle Identität ist?

      – Anna

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